Kreativität und Künstliche Intelligenz (KI)

Dr. Gerhard Huhn


Entgegen der weit verbreiteten Meinung, dass künstliche Intelligenz (auch bekannt als KI) das wichtigste Thema für die Zukunft ist, möchte ich einen Punkt ansprechen: Die Zukunft wird nicht aus Algorithmen erschaffen, sondern aus dem menschlichen Geist. 

Algorithmen können beschleunigen, vereinfachen und helfen, Fehler zu vermeiden, aber sie können keine unlogischen Sprünge über mehrere Ebenen hinweg machen, um kreative Lösungen zu finden. Sie können nicht sinnorientiert mit Paradoxien umgehen, indem sie sie erkennen, erzeugen und bewerten oder etwas Nützliches, Neues aus den aufblitzenden Assoziationen zu schaffen. Einige digitale Computersimulationen von speziellen, eng umgrenzten Gehirnaktivitäten und -leistungen sind beeindruckend und teilweise sogar sehr nützlich, aber ihre Möglichkeiten im Bereich der Kreativität finden sehr schnell ihre Grenzen. 

Einsteins Einsichten seiner phantasievollen Reise auf einem Lichtstrahl führten zu den paradoxen Ideen seiner Relativitätstheorie. Seine Vorstellungskraft, als er gerade 16 Jahre alt war, war nicht durch Regeln eingeschränkt. Kekülé berichtete, dass er die chemische Ringstruktur von Benzol während eines Tagtraums von einer Schlange entwickelte. Beide kreativen Gedanken haben die Welt grundlegend verändert. Sie sind typisch für tausend andere Situationen, in denen Ideen entstanden sind.

Paul Watzlawick unterscheidet zwei Arten von Lösungen. Lösungen, die innerhalb eines Systems gefunden werden (Lösungen erster Ordnung) und Lösungen, die das System verändern (Lösungen zweiter Ordnung).

Lösungen zweiter Ordnung sind notwendig, wenn etwas Neues geschaffen wird, wenn es tatsächlich um Kreativität geht.

Lösungen zweiter Ordnung werden außerhalb der Regeln des Systems gefunden. Sie schaffen etwas, das vorher unbekannt war. Diese kreativen Lösungen stehen im Widerspruch zu fundiertem Wissen, sind sehr oft irrational und paradox. Sie resultieren aus dem Potenzial einiger Bereiche und den dynamischen Möglichkeiten des Gehirns,. Es kann von einer logischen Ebene auf eine oder mehrere höhere logische Ebenen springen (siehe meinen Artikel »Zu den Wurzeln der Kreativität« - erster und zweiter Artikel) oder sogar sich in nicht logischen Dimensionen bewegen.

Empirisch wissen wir, dass solche Sprünge im Schlaf, unter der Dusche, auf der Toilette, bei einem Spaziergang in der Natur stattfinden. Auch nur, wenn die Gehirnaktivitäten in einem bestimmten Frequenzbereich zwischen 8 und 12 Hz liegen. Manchmal bedarf es einer bestimmten Stimmung. Einige kreative Menschen verwenden Substanzen, die das rationale Denken für einige Zeit ausschließen und das sofortige kritische Bewerten abschalten. Andere brauchen nur etwas Musik oder sind kreativ, wenn sie in jemanden verliebt sind. 

Haben Sie eine Idee, das alles in Algorithmen, in Computern zu installieren?

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Computer können nicht über über Bisoziationen (ein Begriff von Arthur Koestler aus seinem Buch über Kreativität »Der göttliche Funke«) ins Lachen oder gar wie Archimedes bei seinem genialen Einfall in der Badewanne so außer sich vor Freude geraten, dass er ohne Badetuch auf die Straße rannte und sein berühmtes »Heureka – Ich habs« rief. Computer haben auch nichts mit der Verzweiflung, den Tränen und der Depression zu tun, wenn trotz aller Bemühungen keine Lösung gefunden werden kann - oft der Auslöser für den späteren Durchbruch der Kreativen zum Neuen. 

Computer können weder weinen noch lachen.

Sie können möglicherweise einen erheblichen Teil der Funktionen der linguistisch dominanten, sequentiell operierenden Hirnregionen übernehmen, die teilweise für eine Digitalisierung in Frage kommen können.  

Aber die Erregungsimpulse des limbischen Systems (die in die in die analog, bildhaft arbeitenden Großhirnhälfte weitergeleitet und dort wahrgenommen und emotional differenziert werden), sowie die in dieser Großhirnhälfte ablaufenden ganzheitlichen und wilden Gestaltungskräfte, die nicht an die Gesetze der Logik gebunden sind, lassen sich nicht mit Algorithmen darstellen. 

Im Gehirn verändern sich im Gegensatz zum Computer die beteiligten Elemente und Prozesse durch entsprechende Rückkopplungsprozesse bei jedem Prozess sofort. Hoffnungen auf kreative Lösungen durch Digitalisierung sind Illusionen. Die Digitalisierung stößt bei der Kreativität an ihre Grenzen.

Die Zukunft wird nicht aus Algorithmen gebacken, sondern aus dem menschlichen Geist.

Andere können über notwendige Änderungen sprechen.

- Wichtiger sind Menschen, die Veränderungen erkennen:

Sie zum Beispiel.

Sobald Sie den Ruf bekommen, ein kreativer Mensch zu sein, werden Sie künftig einer der gefragtesten Menschen sein.

Zwei Fragen, deren Antworten Ihrem Leben eine zukunftssichere Orientierung geben können:

Wer - wenn nicht ich?

Wann - wenn nicht jetzt?

Erhöhen Sie die Wertschätzung, die andere in Ihnen schenken, wenn Sie Probleme lösen können, Ideen einbringen, Innovationen schaffen können. Vertrauen Sie auf Ihre Einzigartigkeit.

Solange die Innovations- und Problemlösungsfähigkeiten von Algorithmen und künstlicher Intelligenz im Wesentlichen auf dem bloßen Versprechen beruhen, dass dies bald kommen wird (ich kenne dies »bald« oder »Wenn wir dort mehr investieren« seit etwa 1980):

- ist es sicherer, dass Sie es vorziehen, sich auf Ihren eigenen Kopf und auf die Köpfe derer zu verlassen, mit denen Sie zusammenarbeiten.

Die menschliche Kreativität und die Fähigkeit, innovativ zu sein und Probleme zu lösen, sind unerschöpflich.

Sie wird aber viel zu selten wirklich mobilisiert und entfaltet sich im Allgemeinen nur auf einem niedrigen Niveau.

Kreativität ist etwas, das man überhaupt nicht lernen muss. Sie ist von vornherein eine menschliche Fähigkeit. Aber sehr oft wird sie nur sehr wenig oder gar nicht gelebt, oft ist sie sogar blockiert. Aber sie kann durch ein besseres Verständnis des kreativen Prozesses und vor allem durch spezielles Know-how und Training enorm gesteigert werden.

Ich möchte Sie einladen, dies zu tun.

Hier erhalten Sie weitere Informationen und den Zugang zum EMERGENCE INNOVATION PROCESS (EIP), den Sie in Ihrem beruflichen und privaten Alltag nutzen können:



Siehe auch 

Ronald Cicurel mit Miquel Nicolelis: »Das relativistische Gehirn - Wie es funktioniert und warum es nicht von einer Turingmaschine simuliert werden kann«.

http://socialdemocracy21stcentury.blogspot.com/2016/04/miguel-nicolelis-and-ronald-cicurel-on.html

über Kreativität und Intuition usw. ab min 30

https://www.worldscientific.com/doi/abs/10.1142/S0219635215800011

Relativistic Brain.png


Hubert Dreyfus

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Was-Computer-nicht-koennen-zum-Tode-von-Hubert-Dreyfus-3693296.html

Joseph Weizenbaum

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Der-letzte-Service-zum-Tode-von-Joseph-Weizenbaum-188114.html